- 10.09.2011 Bad Segeberg ++ Beim 63. Landesturnier in Bad Segeberg gehen die besten Reiter und Reiterinnen des Landes an den Start und sie schenken sich nichts, denn schließlich ist der Titel Landesmeister sehr begehrt ++ Bereits morgen stehen die Finalprüfungen auf dem Programm, und noch haben viele Kandidaten mit Rang und Namen Chancen auf den Titel. Und wenn der eine oder andere sich gestern bereits in guter Poleposition wähnte, so sind am zweiten Tag des Landesturniers die Karten neu gemischt geworden.......
Im Viereck geht es hoch her ++ In der Dressur zeigten sowohl die Reiter wie auch die Reiterinnen Format. Nach den ersten beiden Wertungsprüfungen in der Landesmeisterschaft Dressur führt bei den Damen Petra Wilm (Tasdorf) die Riege an. Doch Alexandra Bimschas (Boostedt) ist ihr dicht auf den Fersen. Die wiederum trennt nur eine Haaresbreite, nämlich nicht einmal ein Prozent, von Karin Rehbein. Es wird also spannend beim Finale. Bei den Herren hat sich Klaus Thormählen (Granderheide) an die Spitze des Feldes gesetzt. Martin Christensen (Wedel), derzeit auf Rang zwei, und Joop Gondriel (Timmendorferstrand) werden ihrem Kollegen jedoch den Sieg nicht einfach überlassen. Er wird sich beweisen müssen, in der dritten und letzten Prüfung am Sonntag.
Titelverteidiger im Springen setzt auf den bewährten Partner ++ Titelverteidiger Nisse Lüneburg aus Wedel, in der ersten Wertungsprüfung mit zwei Pferden ohne Abwurf und platziert, brachte heute mit beiden vierbeinigen Sportpartnern - Pialotta und Calle Cool - je vier Strafpunkte nachhause. Und war damit in bester Gesellschaft. Denn Nullrunden konnten nur fünf der 15 Reiter zeigen, die am Vortag eine Blankorunde vorlegten. Unter anderem teilten auch Nationenpreisreiter Jörg Naeve und Mannschafts-Weltmeister Carsten-Otto Nagel das Schicksal des Vorjahressiegers. Hier gilt es morgen die Nerven zu behalten und wieder alles zu geben. Nisse Lüneburg sieht seine Chancen zur Titelverteidigung ganz realistisch "gewinnen wird schwierig". Eine gute Platzierung ist dagegen noch drin. Soviel steht fest: Lüneburg wird am Sonntag Calle Cool satteln und setzt damit auf das Pferd, mit dem er letztes Jahr seinen Erfolg feiern konnte. Bei den Damen im Springsattel ist noch alles offen Hochspannung auf feminine Art ist am Sonntag Programm, wenn die 15 besten Reiterinnen antreten, um die Landesmeisterschaft unter sich zu entscheiden. Sieben Damen, die im Springsattel unterwegs sind, haben nach der zweiten Wertungsprüfung noch eine blütenweiße Weste. Allein das garantiert schon eine ausgesprochen spannende Finalprüfung. Doch damit nicht genug, rangieren hinter diesen bislang fehlerfreien Amazonen vier weitere Reiterinnen, die lediglich einen Abwurf auf dem Konto zu verbuchen haben. Goldenes Reitabzeichen Es ist etwas ganz besonders das Goldene Reitabzeichen zu bekommen, denn es ist eine Anerkennung der erbrachten Leistungen. Stolze zehn Siege in der schweren Klasse sind notwendig, damit diese Ehre einem Reiter zu Teil wird. In Bad Segeberg durfte sich Cassandra Orschel über die Verleihung dieser reiterlichen Auszeichnung freuen. Zu den bislang größten Erfolgen der 19-Jährigen, deren großes Vorbild Meredith Michaels-Beerbaum ist, zählen der Sieg bei DJM im Jahr 2006 und die Teilnahme bei den Europameisterschaften im gleichen Jahr, damals noch im Sattel ihres Ponies. An diesem Wochenende hat Cassandra Orschel ihr Pferd Herzblatt gesattelt und reitet in der Gruppe der Jungen Reiter um den Landestitel. Nach einer Blankorunde in der ersten Wertungsprüfung und einem Abwurf am Samstag rangiert sie derzeit auf Platz drei. So motiviert wie die junge Amazone nach der Verleihung des goldenen Reitabzeichens nun ist, muss dich die Konkurrenz am Sonntag wohl warm anziehen.
- 09.09.2011 Bad Segeberg ++ Mit einem freundlichen ersten Tag begann das 63. Landesturnier in Bad Segeberg und belohnte die Veranstalter vom Pferdesportverband Schleswig-Holstein und die vielen Helfer nach Tagen harter Arbeit ++ Der akribischen Vorbereitung vor allem der begrünten Plätze zum Wochenbeginn folgte am Tag vor dem Start sogar noch ein Pumpeneinsatz, nachdem es heftig "geschüttet" hatte. Der Einsatz hat sich gelohnt, trotz der miserablen Wetterbedingungen der Vorwochen, die so vielen Veranstaltern von Outdoor-Events heftige Sorgen bereitet hatten, präsentierten sich die Landesturnierplätze in bemerkenswert gutem Zustand. Das überzeugte auch den Olympiazweiten Rolf-Göran Bengtsson. Der Schwede mit Wohnsitz in Breitenburg entschied "Ich will auch" und in der nachwuchspferdetour startete. Meister kann man damit allerdings nicht werden, denn die ersten Wertungen zu den Landesmeisterschaften von Schleswig-Holstein und Hamburg in der Dressur und im Springen sind am Freitag schon entschieden worden.
Kurios: Den ersten Platz im schweren Springen bei den Herren teilen sich zwei Reiter - Jörg Naeve aus Bovenau mit Calado und Dirk Ahlmann (Reher) mit Ekras Last Edition. Während Naeve den Kurs schnell und fehlerfrei beenden konnte, stoppte Ahlmann einmal unvermutet, als ein Traktor zwar außerhalb des Platzes aber dicht neben der Absperrung und dem Hindernis entlang knatterte, als er und sein norwegischer Schimmel dort auftauchten. Ahlmann reklamierte erfolgreich eine Behinderung und da er bis zu diesem Zeitpunkt fehlerfrei unterwegs war, wurde er gemäß Reglement mit dem Sieger gleichplatziert. Hinter den beiden Reitern in der Pole Position reihte sich Mannschafts-Weltmeister Carsten-Otto Nagel (Wedel) mit Rarität ein und schaute prompt sehr zufrieden drein. Titelverteidiger Nisse Lüneburg (Hetlingen) belegte mit Pialotta Platz fünf.
Ein klares Signal setzte in der Dressur Martin Christensen (Dänemark/ Wedel). Der Vorjahresmeister gewann mit seinem Hannoveraner Anatol den Kurz-Grand Prix vor Vizemeisterin Petra Wilm (Tasdorf) im Sattel des Trakehner Hengstes King Arthur TSF. Die schweren Dressurprüfungen reiten die Damen und Herren im Dressursattel gemeinsam, in der Meisterschaft werden sie getrennt gewertet. Das ist bei den Springreiterinnen anders, die bekommen stets ihren eigenen Parcours und mit dem kam Bettina Rogge (Elmshorn) mit Patschuli am besten zurecht. Am rande dabei, aber ziemlich unbeeindruckt von dem was Mama da so macht war Baby Amelie-Marie. Die junge Dame besah sich hinterher lieber vom Arm ihrer Mutter aus das Geschehen....
- 06.09.2011 Bad Segeberg ++ Das er "die Ruhe weg" hat weiß man von Carsten-Otto Nagel. Der 46 Jahre alte Mannschafts-Weltmeister vom Moorhof in Wedel zählt zum von Bundestrainer Otto Becker benannten Aufgebot für die Europameisterschaften der Springreiter in Madrid vom 13. bis 18. September ++ Und während Championatspferd Corradina dann schon auf der Reise Richtung Spanien ist, wird ihr Reiter in Bad Segeberg vom 9. bis 11. September beim 63. Landesturnier in Bad Segeberg antreten. "Das stimmt, ist ja immer auch ganz schön da. Ich werde Rarität und Cazaro in Bad Segeberg dabei haben," sagt Nagel, der im vergangenen Jahr in der Landesmeisterschaft der Herren weit vorn mitmischte und wenig später Mannschaftsgold bei der WM in Kentucky gewann. Die Holsteiner Stute Rarität von Carnute hatte Nagel erst vor wenigen Jahren entdeckt, da ging sie ländlich und unterhalb des Potentials, das eigentlich in ihr steckt. Der elf Jahre alte Holsteiner Wallach Cazaro ist erst seit einigen Monaten wieder "im Sportgeschäft" nach einer langen Rekonvaleszenz-Phase wegen einer Verletzung. Und der Vize-Europameister von 2009 trifft etliche Kollegen in Bad Segeberg.
Neben dem Titelverteidiger Nisse Lüneburg (Hetlingen), seinem Nachbarn auf dem Magdalenenhof in Wedel, auch Jörg Naeve (Bovenau), der genau wie Nagel auf die Riders Tour-Etappe in Paderborn verzichtet und mit etlichen Schülern auf die Rennkoppel kommt. "Es bewegt sich ja auch einiges in Bad Segeberg und Carsten-Otto hat mich schon ordentlich gepusht", lacht der Nationenpreisreiter. Lediglich Janne-Friederike Meyer (Schenefeld) konzentriert sich bereits vollständig auf die EM. Rechtzeitig zurück für das 63. Landesturnier ist Takashi Haase aus Groß Niendorf bei Bad Segeberg.. Der schleswig-holsteinische Japaner vertrat sein Land beim internationalen Event in Donezk/Ukraine am vergangenen Wochenende und kommt nun schnurstracks zum Landesturnier: "Ich habe viele gute junge Pferde, die sich auch in der mittleren Tour und der Youngster-Tour mal beweisen müssen". Und - erstmals werden die Springreiter aus Schleswig-Holstein und Hamburg schon in der zweiten Wertungsprüfung der Landesmeisterschaft am Samstag auf das vermeintlich "schwache Geschlecht" treffen, denn das schwere Springen ist die dritte und letzte Qualifikation der Springsportserie Lotto 3plus1 präsentiert von Holsteiner Masters. All jene, die bei der ursprünglich vorgesehenen Etappe in Basthorst starten wollten, dürfen nun in Bad Segeberg die Qualifikation bestreiten. Basthorsts Prüfung fiel heftigem Regen zum Opfer.
Einer Premiere blickt Alexandra Bimschas (Boostedt/ Schenefeld) entgegen. Die Pferdewirtschaftsmeisterin, die 2010 in Bad Segeberg den Dressurtitel gewann wird den Hengst Dick Tracy in der Landesmeisterschaft reiten und der kernige Kerl bekam eine neue Dressur-Kür auf den "Leib geschneidert". "Wir zeigen die das erste Mal und ich freu mich da auch schon drauf", sagt Bimschas. Außerdem treten zwei jüngere Kandidaten in der kleinen Tour an - Danetry und Lovely Princess.
- 31.08.2011 Bad Segeberg ++ Der Titelverteidiger Springen will es wieder wissen und seine Mitbewerber auch: Nisse Lüneburg hat das 63. Landesturnier in Bad Segeberg vom 9. bis 11. September sportlich ins Visier genommen ++ Und der sympathische Blondschopf, der auch international bereits auf sich aufmerksam gemacht hat, trifft reihenweise Kollegen und Kolleginnen aus dem Norden. Das ist typisch für das älteste Freilandturnier Schleswig-Holsteins - es ist immer ein wenig Familientreffen und immer der Abschluss der grünen Saison. Das Programm auf insgesamt fünf Plätzen - der große Turnierplatz wird für einige Prüfungen geteilt - ist üppig wie eh und je mit 42 Prüfungen.
Die Landesmeisterschaften in beiden Disziplinen für alle Altersklassen bergen allein schon 21 Prüfungen, hinzu kommen die mittlere Tour und die Youngster Tour Springen und die kleine Dressur-Tour sowie die Wettkämpfe der Reitabteilungen und Sonderprüfungen des Flutlichtabends am Samstag in Bad Segeberg. Kurz und gut, auch die 63. Auflage des Klassikers im norddeutschen Turnierkalender beeindruckt mit 800 Reitern und 1200 Pferden und einem Gesamtpreisgeld von 40.000 Euro.
Neben den Entscheidungen um Gold, Silber und Bronze für Schleswig-Holsteins und Hamburgs Spring- und Dressurreiter ist das 63. Landesturnier auch stets ein absoluter Höhepunkt für die Reitvereine im Land. Sowohl die Junioren, als auch die Generation Ü21 tritt mit großer Begeisterung zu den Abteilungswettkämpfen an und in vielen Vereinen ist es schon die dritte oder gar vierte Reitergeneration, die sich mit "Sack und Pack" und Fantrupp nach Bad Segeberg aufmacht, um dort zu Viert oder Sechst in den Teilprüfungen und der gemeinsamen Abteilungsaufgabe ein möglichst schlagkräftiges Bild abzugeben. Mannschaftssport ist einfach eine besondere Herausforderung!
In der Generation Ü21 sind es 26 Abteilungen aus ganz Schleswig-Holstein, die sich für das Landesturnier angemeldet haben, und bei den Junioren sind es sogar über 30 Reitabteilungen. Ein Signal, das der Pferdesportverband Schleswig-Holstein mit Genugtuung sieht - es gab auch schon Jahre, in denen das Verhältnis genau umgekehrt war. Glanzlichter des Programms sind die Meisterschaftsprüfungen, die alle bereits am Freitag, dem 9. September, beginnen und am Sonntag in den Finals enden.
Insbesondere der Große Preis der Volksbanken und Raiffeisenbanken am Sonntag ab 15.15 Uhr, das schwere Springen mit Stechen, ist ein "Sahnehäubchen" des Programms. Kurz zuvor werden auf dem Pagelplatz, dem Grand Prix-Dressurviereck die Landesmeisterschaften Dressur in der Grand Prix Kür entschieden und gegen 17.00 Uhr ist es dann soweit - Meisterbad im Wassergraben. Ein Ritual, dass nicht in der Zeiteinteilung auftaucht und als Information für Goldmedaillengewinner generell nicht schriftlich vorliegt - entkommen sind dem feuchten Vergnügen jedoch bislang nur wenige...........