- 27.08.2010 Schenefeld ++ Auf wechselhaftes Wetter müssen sich die Besucher der "Schenefelder Vielseitigkeit 2010" einstellen ++ Das dreitägige Turnier des Elbdörfer- und Schenefelder Reitervereins (ESRV) rund um den Reitstall Klövensteen, das am Freitag (9 Uhr) mit dem Dressurtag beginnt, wird nach Vorhersage der Meteorologen von Sonne, Wind und Regenschauern begleitet werden ++ Die Aktiven aus zehn Nationen, die in drei Prüfungen über 100 Pferde genannt haben und am Sonnabend (8.30 Uhr/Hauptprüfung: 14.30 Uhr) mit ihren Pferden unterschiedlich schwierige Geländekurse bewältigen müssen, werden aber auf jeden Fall beste Bedingungen vorfinden. "Unsere Streckentrassen befinden sich auf festem Untergrund", sagte der auch für die Geländegestaltung verantwortliche Turnierleiter Hinrich Groth junior. Den sportlichen Mittelpunkt bildet die CIC3*-Prüfung (42 Nennungen), die zum sechsten Mal auch Teil der FEI-Weltcup-Serie ist und in der zum fünften Mal der deutsche Einzelmeister ermittelt wird. Zwar ist die internationale Serie (15 Turniere) schon entschieden, denn Cup-Verteidiger Michael Jung (Horb), der in Marbach und Strzegom (Polen) gewann, steht schon als erneuter Gesamtsieger fest und kassiert die Prämie der HSBC-Bank in Höhe von 50 000 Euro. Die weiteren lukrativen Platzgelder (bis Rang 15) lassen aber eine spannende Prüfung erwarten, zumal Simone Deitermann (Saerbek) durch einen Sieg noch Zweite werden könnte, Andreas Dibowski (Döhle) und Kai Rüder (Fehmarn) im Falle eines Erfolgs noch auf Platz drei vorrücken würden. Oberstes Ziel vorgenannter deutscher Teilnehmer ist jedoch die Nominierung für die WM-Equipe. Am 22. September werden die Vielseitigkeitspferde in die USA geflogen. Am 30. September beginnen die Wettkämpfe in Lexington (Kentucky), bei denen das deutsche Quartett den Mannschafts-WM-Titel verteidigen will. ?Wir gehören natürlich zu den Favoriten, dürfen aber nicht vergessen, dass die Pferde eine strapaziöse Anreise verkraften müssen, so dass die Amerikaner einen wirklichen Heimvorteil genießen?, sagte Bundestrainer Hans Melzer. Erst am Sonntag nach dem CIC3*-Springen von Schenefeld steht das WM-Team, zu dem sechs ReiterInnen gehören werden. Neben o.g. vier Kandidaten machen sich Dirk Schrade (Sprockhövel) und die Olympiasieger Frank Ostholt (Warendorf) und Ingrid Klimke (Münster) Hoffnung. Eine Hintertür steht noch für Ostholt-Bruder Andreas offen, der eine gute Leistung mit Franco Jeas vorausgesetzt, für eines der anderen Paare nachrücken könnte. Völlig offen erscheint das Rennen um die deutsche Einzelmeisterschaft, in das Ingrid Klimke mit Butts Abraxxas als Titelverteidigerin geht. In die Siegerliste der vergangenen elf Jahre, in der nur drei Namen auftauchen (4x Klimke, 3x Frank Ostholt, 3x Bettina Hoy) will sich auf jeden Fall Andreas Dibowski eintragen. Aber der Weltranglistenerste weiß selbst, wie schnell so ein Traum zu Ende ist: im vergangenen Jahr war der Olympiasieger schon an Hindernis sechs im Gelände ausgeschieden. Nicht dabei im nationalen Titelkampf ist Bettina Hoy. Sie blickt in Richtung Olympia 2012 in London und startet mit ihrem neuen Pferd Lanfranco in der CIC2*-Prüfung. Wie gut der deutsche reiterliche Nachwuchs ist, zeigen die EM-Erfolge der Junioren in Bad Segeberg und der Jungen Reiter in Pardubice (Tschechien). Das Team der Jungen Reiter bekam übrigens im Nachherein Goldmedaillen zuerkannt. Nach Korrektur eines "Aufrundungsfehler" in der Dressurwertung waren sie punktgleich mit den Engländern. "Die Nachehrung wird bei uns vorgenommen", sagte Hinrich Groth. Zwei der Damen werden in Schenefeld auch reiten: Franziska Roth (RFV Dörpen/CIC2*) ist beim CIC2* dabei, Sabine Deperade (SV Engersen) startet in der nationalen Drei-Sterne-Aufgabe (CNC3*). Im Anschluss an die Dressur am Freitag (17 Uhr, Innenhof) veranstaltet der Club der Vielseitigkeitsreiter (CdV) eine Podiumsdiskussion für Veranstalter und Aktive zum Thema "Notärzte für ländliche Turnier."
Manfred Bode, Medienbetreuer